„Sicherheitsfolie“ ist ein Sammelbegriff. Dahinter stecken zwei ganz unterschiedliche Aufgaben: Verletzungen durch Glassplitter verhindern – oder das Einschlagen einer Scheibe erschweren. Welche Folie Sie brauchen, erkennen Sie an der Norm, nach der sie geprüft ist.

Splitterschutz: DIN EN 12600

Splitterschutzfolien halten die Glasstücke zusammen, wenn eine Scheibe bricht. Geprüft wird das mit einem Pendelschlagversuch nach DIN EN 12600; die Ergebnisse werden in Klassen wie 1B1, 2B2 oder 3B3 angegeben. Typische Einsatzorte sind Glastüren, Glaswände, Vitrinen und Spiegel – überall dort, wo Menschen an Glas vorbeigehen.

Durchwurfhemmung: DIN EN 356

Dickere Sicherheitsfolien sollen verhindern, dass eine Scheibe mit einem Wurf sofort durchschlagen wird. Die DIN EN 356 teilt das in Widerstandsklassen ein. Bei der Klasse P2A zum Beispiel wird eine gut 4 kg schwere Stahlkugel dreimal aus 3 m Höhe auf die Verglasung fallen gelassen – das Glas darf brechen, die Kugel darf aber nicht durchschlagen.

Wichtig: Die Klasse gilt für den geprüften Aufbau aus Glas, Folie und Montageart. Manche Prüfzeugnisse verlangen, dass die Folie bis unter die Glasleisten reicht oder am Rand zusätzlich verklebt wird.

Und Einbruchschutz?

Einbruchhemmende Fenster und Türen werden nach DIN EN 1627 in RC-Klassen eingeteilt. Dort zählt das ganze Element – Rahmen, Beschläge, Verglasung und Einbau. Die meisten Einbrecher hebeln Fenster am Rahmen auf, statt die Scheibe einzuschlagen. Dagegen hilft keine Folie.

Ehrlich gesagt: Sicherheitsfolie macht ein einfaches Fenster nicht zu einem einbruchhemmenden Fenster. Sie ist eine sinnvolle Ergänzung – etwa gegen schnelles Einschlagen von Schaufenstern oder Erdgeschossscheiben –, aber kein Ersatz für gesicherte Rahmen und Beschläge.

Was ist mit der Versicherung?

Ob eine Hausrat- oder Geschäftsversicherung eine Sicherheitsfolie anerkennt, ist von Vertrag zu Vertrag verschieden. Fragen Sie vorher nach und lassen Sie sich das Datenblatt und – falls vorhanden – das Prüfzeugnis der Folie geben.

Alarmfolie – noch etwas anderes

Es gibt auch Sicherheitsfolien mit eingelegten Alarmdrähten, die an eine Einbruchmeldeanlage angeschlossen werden. Das ist ein eigenes Produkt und gehört in die Planung der Alarmanlage.

Entscheidungshilfe

Hinweis: Dieser Artikel ist keine Rechts- oder Bauberatung. Quellen: Baunetz Wissen – Alarm-Sicherheitsfolie, ABUS – Fibel Fensterfolie.

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